Ost-West-Studien: Neues interdisziplinäres Seminar zur europäischen Integration und EU-Beitritt der Ukraine

Am 15. Juni 2026 hat die Europäische Union in Luxemburg offiziell den ersten Verhandlungsblock der Beitrittsgespräche mit der Ukraine eröffnet. Dies stellt nach jahrelanger Blockade durch Ungarn einen bedeutsamem Schritt auf dem Weg des Landes in die EU dar. Der Verhandlungsbeginn fällt zeitlich mit dem Sommersemester-Seminar „Ost-West-Studien – Europa im Diskurs: Interdisziplinäres Seminar zu Themen der europäischen Integration II“ zusammen, das von Antje Himmelreich, wissenschaftliche Referentin für ukrainisches Recht am Institut für Ostrecht, geleitet wird.

Die Veranstaltung findet im Sommersemester 2026 wöchentlich montags (20. April bis 13. Juli) im Rahmen der Ost-West-Studien an der Universität Regensburg statt. Sie untersucht unterschiedliche Modelle und Theorien der europäischen Integration im Ost-West-Vergleich und beleuchtet die Funktionsweise der EU. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, welche Wahrnehmungen und Bilder von Europa vor dem Hintergrund historischer Ereignisse sowie politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen existieren.

Auf Basis theoretischer Texte erarbeiten die Studierenden zentrale Begriffe wie Grenze, Konflikt, Eigen- und Fremdbild, Nation und Minderheit. Mit diesem konzeptionellen Rüstzeug widmet sich das Seminar der Institutionalisierung Europas, der Entstehung und Entwicklung der Europäischen Union sowie insbesondere der EU-Osterweiterung.

Der aktuelle Verhandlungsbeginn mit der Ukraine zeigt exemplarisch, wie nah die im Seminar behandelten Themen – von Minderheitenrechten über nationale Souveränität bis zur Institutionenbildung – an aktuellen politischen Entwicklungen liegen. Insbesondere der erste Verhandlungscluster, der Rechtsstaatlichkeit, demokratische Institutionen und Justizreformen umfasst, sowie die Rolle der ungarischen Minderheit in der Ukraine als Faktor der jahrelangen Verhandlungsblockade verdeutlichen die Relevanz der im Seminar erarbeiteten Konzepte für das Verständnis gegenwärtiger EU-Erweiterungspolitik.