Am 01. Dezember 2025 empfing der wissenschaftliche Leiter des IOR, Prof. Dr. Martin Löhnig, eine Delegation der Juristischen Fakultät der Westböhmischen Universität Pilsen. Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein intensiver fachlicher Austausch zu zwei hochaktuellen Themen des Familienrechts: Leihmutterschaft sowie transsexuelle Elternschaft, die jeweils aus deutsch-tschechischer rechtsvergleichender Perspektive diskutiert wurden.
Zwei Rechtsordnungen, ähnliche Fragen – und viele offene Schnittstellen
Welche Elternstellung erkennt das Recht an, und zu welchem Zeitpunkt? Wie werden aus medizinischen Tatsachen rechtliche Zuordnungen? Und wie lässt sich der Schutz des Kindeswohls in Konstellationen gewährleisten, die sich in der gesellschaftlichen Realität längst etabliert haben, aber rechtlich teils unterschiedlich abgebildet werden? Diese und weitere Fragen prägten die Diskussionen und zeigten: Gerade im Familienrecht sind Vergleich, Übersetzung und präzise Begrifflichkeit entscheidend, wenn Recht grenzüberschreitend anschlussfähig bleiben soll.




Delegation der Juristischen Fakultät Pilsen
Die Delegation aus Pilsen setzte sich wie folgt zusammen:
- doc. JUDr. Vilém Knoll, Ph.D., Prodekan für Wissenschaft und Forschung
- doc. JUDr. Jindřich Psutka, Ph.D., fachlicher Garant für Zivil- und Familienrecht (zugleich Betreuer der anwesenden Doktorand:innen, die Vorträge hielten)
- JUDr. Bc. Denisa Kotroušová, Doktorandin am Lehrstuhl für Zivilrecht
- JUDr. Ondřej Mach, Doktorand am Lehrstuhl für Zivilrecht
- Mgr. Renata Špatenková, LL.M., Doktorandin am Lehrstuhl für Arbeitsrecht und Sozialversicherungsrecht
Beteiligte aus Regensburg
Auf Regensburger Seite nahmen neben Prof. Dr. Martin Löhnig auch David Kubach und Eva Lackner am Austausch teil.
Wissenschaftlicher Dialog mit Perspektive
Der Besuch unterstrich den Mehrwert grenzüberschreitender Kooperationen: Unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen und Rechtsprechungstraditionen eröffnen neue Argumentationslinien und helfen zugleich, blinde Flecken der eigenen Rechtsordnung zu erkennen. Das IOR freut sich, diesen Dialog fortzusetzen und die rechtsvergleichende Zusammenarbeit mit der Westböhmischen Universität Pilsen weiter zu vertiefen.

