Im Rahmen des Projektes „Restorative Justice in der Ukraine: Die (fehlende) Aufarbeitung des Sowjetunrechts von 1991 bis heute“ ist nun das Working Paper Nr. 30 mit dem Titel „Bibliographie zu den in Art. 1 Nr. 8–17 des ukrainischen Gesetzes Nr. 314‑VIII genannten Organisationen“ erschienen. Die Publikation bietet eine systematische, mehrsprachige Zusammenstellung der Forschungsliteratur zu zentralen Akteuren der ukrainischen Nationalbewegung.
Die Bibliographie erfasst gebündelt die internationale und regionale Literatur zu Organisationen wie der Ukrainischen Militärorganisation (UVO), der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), dem Ukrainischen Hauptbefreiungsrat (UHVR) sowie der Ukrainischen Helsinki-Gruppe und zahlreichen kleineren Untergrundgruppen der Nachkriegszeit (u. a. aus den 1950er bis 1980er Jahren).
Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die multilinguale Ausrichtung: Die Quellen decken deutsch-, englisch-, ukrainisch-, polnisch- und russischsprachige Literatur ab und verzeichnen zudem relevante Archivbestände (u. a. des Sicherheitsdienstes der Ukraine HDA SBU) sowie digitale Ressourcen.
Die Erstellung dieser fundierten Bibliographie profitiert in hohem Maße von der akademischen und beruflichen Biographie Manuel Wunderlichs. Er studierte Geschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Freien Universität Berlin sowie Internationale Beziehungen an der St. Petersburg University. Derzeit absolviert er den deutsch-ungarischen Doppelmasterstudiengang European Studies an der Universität Passau und der Andrássy Universität Budapest, mit Schwerpunkten in der Geschichte Ostmittel- und Osteuropas sowie den Europa- und Eurasienstudien.
Praktische Erfahrungen in der Ukraine sammelte er während eines Praktikums am Institute of World Policy in Kyjiw sowie durch eine mehrjährige berufliche Tätigkeit vor Ort. Diese direkten Einblicke in die ukrainische Archivlandschaft und die dortigen erinnerungspolitischen Diskurse fließen unmittelbar in die Bewertung der Quellenlage ein. Seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse in Englisch, Russisch und insbesondere Ukrainisch befähigen ihn zudem zur kritischen Sichtung der oft schwer zugänglichen Primärquellen. Seit 2024 engagiert er sich ehrenamtlich in der Unterstützung ukrainischer Staatsangehöriger in Deutschland, was seinen engen Bezug zum Forschungsthema auch über den akademischen Kontext hinaus unterstreicht.

