Bereits zum dritten Mal bietet Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Küpper, Geschäftsführer des Instituts für Ostrecht (IOR), an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universtität Lissabon die Vorlesung „Russian Law – The Legal System of a Country at War“ an. Die anhaltende Nachfrage unterstreicht die wissenschaftliche wie gesellschaftliche Relevanz des Themas.
Die Vorlesung führt zunächst systematisch in die russische Rechtsgeschichte sowie in das geltende russische Verfassungs-, Zivil- und Wirtschaftsrecht ein. Auf dieser Grundlage richtet sie den Blick auf eine zentrale Frage unserer Zeit: Wie verändert ein Krieg die Rechtsordnung des Landes, das ihn führt?

Die Antwort fällt weitreichend aus. Kriegsbedingte Eingriffe in Recht und Rechtspraxis lassen sich in nahezu allen Rechtsgebieten nachweisen – selbst dort, wo ein Zusammenhang mit staatlicher Kriegsführung auf den ersten Blick fernliegt. Die Vorlesung macht diese Zusammenhänge sichtbar und analysiert, wie Krieg als Treiber von Rechtswandel wirkt.
Das IOR versteht diese Lehrveranstaltung als Teil seines wissenschaftlichen Auftrags: Osteuropäisches Recht in seiner aktuellen Dynamik zu erfassen, einzuordnen und einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.

