Letzte Woche endete an der Universität Regensburg die diesjährige Auflage der Vorlesungsreihe „Russisches Zivilrecht – Vertiefung und Praxisbeispiele“, die seit dem Sommersemester 2021 Studierende aller Fakultäten begeistert.
Organisiert und geleitet wurde die Vorlesung (2 SWS) von Antje Himmelreich, wissenschaftliche Referentin für russisches und ukrainisches Recht am Institut für Ostrecht. Ziel der Veranstaltung ist es, den Teilnehmenden praxisnahes Fachwissen zu vermitteln: Originalfälle aus der Gutachtentätigkeit des Instituts veranschaulichen dabei die Kernelemente des modernen russischen Zivilrechts.

Der modulare Aufbau führte von den Grundstrukturen über Personen- und Sachenrecht bis hin zu Vertrags- und Schuldrecht. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den jüngsten Entwicklungen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine – und deren rechtlichen Konsequenzen.
Finale mit Fokus Sanktionsrecht
Die Abschlussveranstaltung widmete sich dem hochaktuellen Sanktionsrecht. Diskutiert wurden:
- EU-Maßnahmen – 18 Sanktionspakete, darunter das Verbot von Rechtsberatungsdienstleistungen, die „No-Russia“-Klausel und Anti-Suit-Injunctions.
- Russische Gegenmaßnahmen – insbesondere die entschädigungslose Enteignung durch indirekte Eingriffe: Entziehung von Eigentum als Reaktion auf „unfreundliche“ Handlungen, Einziehung von Anteilen strategischer Unternehmen, Beschlagnahmen wegen Verstoßes gegen Gegensanktionen sowie die Einführung der vorübergehenden Verwaltung.



„Gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Lage benötigen Juristinnen und Juristen fundiertes Wissen über das russische Zivil- und Sanktionsrecht“, betont Antje Himmelreich. „Unser Kurs vermittelt genau dieses Know-how – verankert in realen Fällen.“

