Am 26. März 2026 nahm Axel Bormann, Länderreferent des Instituts für Ostrecht (IOR) für rumänisches und moldauisches Recht, an einer hochkarätig besetzten Paneldiskussion in Cluj (Rumänien) teil. Die Veranstaltung wurde vom Mathias Corvinus Collegium (MCC) Cluj in Zusammenarbeit mit der ebenfalls in der zweitgrößten Stadt Rumäniens ansässigen Sapientia Universität organisiert . Mit mehr als 60 Teilnehmern aus Wissenschaft und Studierendenschaft war die Diskussion außerordentlich gut besucht.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Zivilrecht unter totalitären Herrschaftssystemen – vom deutschen und italienischen Faschismus bis hin zu den staatsozialistischen Rechtsordnungen Ungarns, Rumäniens und der DDR. Den thematischen Ausgangspunkt bildete eine ebenso schlichte wie folgenreiche Beobachtung: Das Zivilrecht verschwindet in totalitären Staaten in der Regel nicht. Es bleibt für den alltäglichen Rechtsverkehr funktional erhalten, wird jedoch ideologisch aufgeladen und inhaltlich umgedeutet. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmer Fragen der rechtlichen Kontinuität einerseits sowie der funktionalen Anpassung an das jeweilige totalitäre System und der Integration in dessen normative Strukturen andererseits.
Die Runde wurde von Emöd Veress (Universität Miskolc und Sapientia Universität Cluj) federführend geleitet. Weitere Podiumsteilnehmer waren Giovanni Chiodi (Università degli Studi di Milano-Bicocca), Bernd Mertens (Universität Erlangen-Nürnberg) sowie Axel Bormann für das IOR. Die Zusammensetzung des Panels spiegelte die komparative Anlage der Diskussion wider: Rechtswissenschaftler aus Deutschland, Italien und dem östlichen Europa traten in einen produktiven Dialog über Systemgrenzen und Rechtstraditionen hinweg.
Besonders hervorzuheben ist die aktive Teilnahme des Publikums, das sich aus Studierenden und Wissenschaftlern zusammensetzte. Die Wortmeldungen aus dem Plenum ergänzten und vertieften die Podiumsdiskussion in lebhafter und produktiver Weise und trugen maßgeblich zur Qualität des wissenschaftlichen Austauschs bei.

